Der Schimmelpilz Aspergillus flavus ist ein im Boden vorkommender Pilz mit außergewöhnlicher Hitzebeständigkeit, der weltweit verbreitet ist. Befällt er Maiskulturen, produziert er ein Giftstoffgemisch, das als Aflatoxin bezeichnet wird und sowohl für Menschen als auch für Tiere hochgefährlich ist. Das krebserregende Aflatoxin kann Lebererkrankungen, Herzmuskelentzündungen und sogar Krebs verursachen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass geernteter Mais – unabhängig davon, ob er als Lebens- oder Futtermittel verwendet wird – frei von dem durch Aspergillus flavus gebildeten Aflatoxin ist.
Der Pilz breitet sich besonders unter warmen und feuchten Bedingungen aus, während heiße und trockene Witterung die Bildung von Aflatoxinen zusätzlich fördert. Die Toxinproduktion ist im Wesentlichen ein Selbstschutzmechanismus des Pilzes, der vor allem durch plötzlich auftretende extreme Hitze ausgelöst wird.


Was früher hauptsächlich als Lagerpilz galt, tritt heute zunehmend bereits auf dem Feld auf. Dadurch verursachen Aspergillus-Pilze immer höhere Aflatoxinbelastungen in landwirtschaftlichen Kulturen. Aufgrund des Klimawandels sowie immer häufigerer heißer und trockener Sommer hat sich diese Entwicklung in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt und wird voraussichtlich auch künftig an Bedeutung gewinnen.
Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 165/2010 beträgt der zulässige Höchstgehalt an Aflatoxin B1 in Lebensmitteln 5 µg/kg (ppb), während für Futtermittel ein Grenzwert von 20 µg/kg (ppb) gilt.
Wie kann die optische Sortierung die Aflatoxinbelastung reduzieren?
Wie bei den meisten anderen Ackerkulturen lässt sich eine Infektion mit Aspergillus flavus am wirksamsten bereits auf dem Feld verhindern – beispielsweise durch den Einsatz speziell behandelter Saatgüter sowie widerstandsfähigerer Hybridsorten. Ist die Infektion jedoch bereits im Bestand vorhanden, können verschiedene Reinigungsverfahren die Kontamination erheblich reduzieren. Sowohl mechanische als auch optische Sortierverfahren sind in der Lage, den Aflatoxingehalt des Ernteguts auf die zulässigen Grenzwerte zu senken.
Die Kontamination kann sowohl auf der Oberfläche als auch im Inneren des Korns auftreten. Darüber hinaus befinden sich erhebliche Mengen an Pilzsporen und Toxinen häufig auf Pflanzenresten sowie im Staub, der während der Verarbeitung entsteht. Diese Kontaminationsquellen sollten deshalb im gesamten Reinigungsprozess besondere Aufmerksamkeit erhalten.


Wie bereits beschrieben, lässt sich ein Aflatoxingehalt unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte nur durch einen mehrstufigen Reinigungsprozess zuverlässig erreichen.
Konventionelle mechanische Reinigungstechnologien – wie Flachsiebe, Schwerkraftseparatoren und leistungsfähige Entstaubungssysteme – entfernen zuverlässig Bruchkorn, Pflanzenreste sowie durch den Pilzbefall leichter gewordene Körner. Für das Erreichen der endgültigen Produktreinheit spielen jedoch moderne optische Sortiersysteme eine entscheidende Rolle.
In den meisten Fällen weisen infizierte Körner keine mit bloßem Auge erkennbaren Veränderungen auf. Befindet sich der Pilz jedoch auf der Kornoberfläche, reagiert die vom Pilz gebildete Kojisäure mit einem Peroxidase-Enzym des Korns. Dabei entsteht eine Verbindung, die unter UV-Licht (Wellenlängen unter 365 nm) charakteristisch grünlich-golden fluoresziert.

Auf Grundlage dieses physikalischen Effekts hat MEYER eine hochmoderne UV-Sortiertechnologie entwickelt und mit der CG.UV-Sorterserie auf den Markt gebracht.
Die CG.UV-Sortierer basieren auf der bewährten Maschinenplattform von MEYER und wurden durch speziell entwickelte UV-Beleuchtungssysteme, leistungsstarke Kameratechnologie sowie optimierte Sortieralgorithmen ergänzt. Zusätzlich verbessert moderne KI-basierte Deep-Learning-Technologie kontinuierlich die Erkennungsgenauigkeit.
Das System erkennt fluoreszierende, mit Aspergillus flavus infizierte Körner sowie Bruchkorn und entfernt diese mithilfe des patentierten MAGLEV-Auswurfsystems zuverlässig aus dem Produktstrom. Dadurch lässt sich die Aflatoxinbelastung des Eingangsmaterials erheblich reduzieren.
Um sowohl mittlere als auch sehr hohe Durchsatzleistungen abzudecken, sind die CG.UV-Sortierer in zwei Maschinenbaureihen mit 8 bzw. 13 Rutschen erhältlich.
Haben Sie Probleme mit Aflatoxin-Kontaminationen?
Kontaktieren Sie uns – unsere Experten beraten Sie gerne und finden gemeinsam mit Ihnen die optimale Sortierlösung für Ihre Anwendung.








